NEWS

6. April 2020

Kapfenberg Bulls beziehen zu Vorgängen im österreichischen Basketballverband Stellung

Bulls-News

Auch wenn die dramatischen Auswirkungen des Coronavirus zurzeit naturgemäß vor allem auch die Sportwelt vor gewaltige Herausforderungen stellen, so bedürfen aus Sicht der Bulls-Verantwortlichen doch die Vorgänge im ÖBV einer Stellungnahme.

Beim österreichischen Meister befindet man sich im Krisenmodus und versucht in einem gewaltigen Kraftakt die Herausforderungen der Krise zu meistern – jene die bereits eingetroffen sind und auch jene, die in Zukunft zu erwarten sind. Dabei bedarf es vor allem guter Kommunikation und gegenseitiger Unterstützung – zwei Faktoren, die man bei den höchsten Repräsentanten des österreichischen Basketballs schmerzlich vermisst. Das Fass zum Überlaufen brachte nun die Entscheidung des Präsidenten zu den internationalen Startplätzen für die kommende Saison. In einem Interview mit Sky Sport Austria veröffentlichte Basketball Austria-Präsident Gerald Martens am vergangenen Freitag die, den Vereinen in einer Video-Ligatagung am Vortag kommunizierte, Entscheidung, welche Clubs Österreich in der kommenden Saison international vertreten werden. So wird den Swans Gmunden der Platz in Basketball Champions League Qualifikation zugesprochen, den Kapfenberg Bulls der Start im FIBA Europe Cup. Für die Klosterneuburg Dukes wird versucht einen weiteren Platz im Europe Cup zu bekommen. Diese Entscheidung wurde auf Grund einer Reihung nach 18 Spielen vorgenommen – wohl ohne die dafür notwendigen Beschlüsse im Vorstand, wie in den Bestimmungen vorgesehen.

Obmann Clemens Ludwar: „Bei allem Respekt vor der Leistung von Gmunden im Grunddurchgang, können wir diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Die Vergabe des Platzes in der Champions League Qualifikation ist auf Grundlage eines Zwischenstandes in einem Bewerb – der Meisterschaft – erfolgt, der nicht regulär beendet worden ist. Die Meisterschaft wurde abgebrochen und wird ohne Sieger gewertet. Sehr wohl zu Ende gespielt worden ist der Cup. Dieser ist somit der einzige Bewerb in der Saison 2019/20, der einen Sieger hat – die Kapfenberg Bulls. Wir sind somit regierender Meister (2019), Supercupsieger (2019) und Cupsieger (2020) und somit der Auffassung, dass uns der Start in der Qualifikation zur Champions League zugesprochen hätte werden müssen, wenn man diese Entscheidung denn jetzt treffen müsste. Vor allem aber stellen wir das Zustandekommen dieser Entscheidung in Frage – in so einen wichtigen Prozess gehören die betroffenen Clubs vorab eingebunden – das sind zumindest Gmunden, Klosterneuburg und Kapfenberg. Das ist wieder einmal nicht passiert. Wir wissen auch, dass es keine Vorstandssitzung gegeben hat, die nach den Bestimmungen dafür notwendig gewesen wäre. Das Bild der letzten Monate bestätigt sich damit leider, Beschlüsse werden ausschließlich über die Köpfe der betroffenen Clubs hinweg gefasst, dagegen protestieren wir aufs Schärfste. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum man da jetzt einen Schnellschuss machen musste, es ist weder klar, ob es die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen der möglichen Clubs erlauben eine Teilnahme anzustreben, noch ist klar ob und welcher Bewerb überhaupt möglich sein wird – für uns ist völlig unklar, was das soll?“

Zumal jetzt vor allem das ökonomische Überleben der Clubs im Vordergrund steht und die führenden Verantwortlichen des Verbandes vor allem gefragt wären, hier einen Rettungsschirm für die betroffenen Vereine aller Landesverbände aufzuspannen. Diese Verantwortung ausschließlich auf das Sportministerium abzuwälzen scheint zu wenig. Bulls Geschäftsführer Oliver Freund kann die Lage als ehemaliger Finanzverantwortlicher des Verbandes gut beurteilen: “Alle Basketballvereine in Österreich sind massiv in ihrer Existenz bedroht. Wir können in dieser Situation des gesamten österreichischen Basketballs einer – pro forma – positiven Kommunikationspolitik auf Zuruf nichts abgewinnen. Es wird verdammt schwierig und wir werden keineswegs ein Feuerwerk zünden, sondern wir müssen alles mobilisieren, um zu überleben. In dieser Situation sollte ein großer Teil der Rücklagen des Verbandes zur Verfügung stehen, um die Vereine zu unterstützen. Dafür sind Rücklagen ja da – Notsituationen. Wenn man die summierte Schadenssumme der einzelnen Vereine einmal mit 2 Mio € annimmt, dann sollte auch der Verband zur Abdeckung beitragen. 10-15% wären ein Ansatz, das muss locker drinnen sein. Als ehemaliges Präsidiumsmitglied weiß ich, dass wir vor genau einem Jahr den Verband mit beträchtlichen Rücklagen übergeben haben. Die vom Sportministerium vorliegenden Formulare zur Schadensberechnung könnten eine gute Basis bilden. Natürlich gehört so etwas nicht öffentlich diskutiert, aber nachdem jede demokratische Diskussion im letzten Jahr unterbunden wurde und wir wissen, dass es viele Unzufriedene gibt, sehen wir uns gezwungen als Meister die Stimme zu erheben und bestmöglich einen positiven Diskurs einzuleiten!“

Bei den Bulls befinden sich zurzeit alle MitarbeiterInnen auf Kurzarbeit – nichtsdestotrotz arbeitet man mit Volldampf daran ein Überleben zu garantieren. Sportdirektor Michael Schrittwieser: “Zum jetzigen Zeitpunkt zu weit nach vorne zu blicken macht wenig Sinn – wir sind mit allen Spielern im guten Kontakt, grundsätzlich war der Plan möglichst viele bei den Bulls zu halten. Ob und wie das gelingen wird, kann heute nicht seriös bewertet werden. Jetzt geht es darum, mit viel Energie und der gebotenen Vorsicht die Kommunikation aufrecht zu halten, auch was ein internationales Engagement betrifft. Ich kann unserem Obmann nur zustimmen, wie hier von höchster Stelle unseres Verbandes entschieden und kommuniziert wird, das gibt es in keinem anderen Land. Aber leider zieht sich das wie ein roter Faden durch das letzte Jahr, es bedürfte gerade jetzt eines Schulterschlusses aller Beteiligten – wenn ich mir die Personalpolitik unserer Entscheidungsträger der letzten Monate ansehe, dann bezweifle ich das. Wir sitzen in einem Boot und gerade jetzt gehören die erfahrenen, langjährig tätigen Entscheidungsträger in Prozesse eingebunden, das passiert aber leider nicht!“

Sehr wohl passiert das bei den Bulls – gerade jetzt werden die treuen Partner bestmöglich unterstützt und von den Bulls auch Ressourcen für Sponsoren zur Verfügung gestellt.
Nicht nur die Aktion #bullshelfen läuft vorbildhaft, sondern auch die individuelle Zusammenarbeit mit Sponsoren, dort wo es mögliche Synergien und Anknüpfungspunkte gibt!

BULLS.HOME


Wienerstraße 29a
8605 Kapfenberg
Österreich

Bulls.Arena


Karl-Heinrich-Waggerl-Weg 6
8605 Kapfenberg
Österreich

BULLS.Data


BULLS.Social


BULLS.Newsletter- & SMS-Service


© 2020 Bulls Basketball. All rights reserved.
Powered by Werner Moritz