Kapfenberg Bulls stehen vor entscheidenden Tagen!

Die kommenden drei Wochen werden beim regierenden österreichischen Meister und Cupsieger wesentliche Entscheidungen zur weiteren Zukunft bringen müssen – ein Überblick zum aktuellen Status Quo bei den Bulls:

Vorab einmal die guten Nachrichten: Nachdem seit 4. Juni die Halle für Individualtraining im Spitzensport wieder geöffnet wurde, beginnt ab 8. Juni auch wieder das Nachwuchstraining für alle basketballbegeisterten Kinder und Jugendlichen. In Zusammenarbeit mit dem Nachwuchsmodell Kapfenberg wurde eine Konzeption erarbeitet, die es ermöglicht wieder mit dem Training zu beginnen. Nachwuchsleiter Sascha Sander: “Wir werden natürlich alle Vorgaben der Regierung exakt einhalten, haben auch die Voraussetzungen dafür geschaffen – nun soll es step by step wieder ein geregeltes Training geben. Drei Monate Lockdown haben uns extrem getroffen!“

Weniger gut schaut`s im Spitzensport, aber auch bei den Projekten der Bulls aus:
Obmann Clemens Ludwar: “Unser Schulprogramm inklusive der jährlichen Abschlussturniere fallen ins Wasser – wir haben auch heuer wieder mehr als 500 Kinder in den Schulen der Obersteiermark betreut, da hätten wir uns natürlich einen anderen Abschluss vorgestellt. Auch unser play2gether Projekt ruht, aber zumindest haben wir hier mit der Unterstützung unserer Partner ein internationales Turnier der Special Olympics in Litauen beschickt!“

Die große Frage aber bleibt: Wie geht es bei den Kapfenberg Bulls insgesamt weiter – darüber sollen Gespräche in den nächsten Tagen entscheiden. Seit dem Abbruch der Meisterschaft und den daraus entstandenen Konsequenzen wie fehlenden Sponsoreinnahmen, fehlenden Einnahmen aus Veranstaltungen und Rückforderungen schwebt das Damoklesschwert über der erfolgreichsten Sportorganisation der Steiermark. Geschäftsführer Oliver Freund: “Die Lage ist mehr als ernst, wir müssen aus Haftungsgründen in den kommenden Tagen über die Zukunft entscheiden. Wir stehen an einem Punkt, an dem wir als persönlich haftende Verantwortungsträger nicht länger abwarten können. Seit drei Monaten haben wir de facto keine Einnahmen, teilweise warten wir noch immer auf fixe Zusagen der Vergangenheit, teilweise konnten wir wesentliche Teile von fixierten Sponsorpaketen verständlicherweise nicht mehr verrechnen, dazu gibt es nun auch Rückforderungen – parallel dazu laufen Fixkosten zum Teil weiter. Das ist nicht mehr zu schaffen!“

Nach den Gesprächen am Land Steiermark sollen nun weitere Gespräche mit politischen Verantwortungsträgern sowie Sponsorvertretern Klarheit bringen – Kapfenberg Bulls, quo vadis?

Sportdirektor Michael Schrittwieser: “Es ist klar, dass diese Situation alle gesellschaftlichen Bereiche vor enorme Herausforderungen stellt. Aber in den letzten Wochen wurde selbst auch dem letzten Zweifler hoffentlich klar, welch wichtige Funktion vor allem auch der Spitzensport in punkto sozialen, gesundheitspolitischen, aber auch ökonomischen Aspekten hat. Die Menschen vermissen nicht nur die Bewegung per se – das Training und die Gemeinschaft für ihre Kinder – sondern auch den Sport als Ort der Begegnung. Wenn wir das auf’s Spiel setzen, hat das für unsere Gesellschaft massive Auswirkungen. Die Gespräche, die wir mit dem für Sport zuständigen Landesrat Mag. Drexler führen durften, geben uns für die Zukunft durchaus Hoffnung. Sollte es jedoch nicht gelingen die durch den Abbruch bedingten Schäden zu tilgen, dann wird es diese Zukunft nicht geben. Das schaffen wir als Verantwortliche der Bulls nicht alleine!“

So leid es uns tut, können wir an dieser Stelle aus diesem Grund auch weder über Vertragsverlängerungen bei Coaches oder Spielern, geschweige denn Neuverpflichtungen, berichten – es gibt schlichtweg keine.